EU-Studie* belegt: Open Source Software ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Das Generaldirektorat Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission und ein Institut der Universität Maastricht in Holland untersuchten den wirtschaftlichen Stellenwert von Open Source in der EU.
Das Ergebnis der Studie belegt, dass der Marktanteil der Branche in den vergangenen fünf Jahren ein ständiges Wachstum, besonders in den Branchen Datenbanken, Middleware und Serverbetriebssysteme wie Web- und Mailserver vorweisen kann.

Besonders private und öffentliche Unternehmen und Branchen verwenden die Systeme, wobei in Europa die öffentlichen Firmen die Spitzenreiterposition einnehmen. In Latein-Amerika und Asien folgen vor allem mittlere und große Unternehmen dem Trend, mit Open Source zu arbeiten.

Die Studie bewertet den Gesamtwert aller erwirtschafteten Open Source Produkte auf circa 12 Milliarden Euro und schätzt den Arbeitsaufwand auf 131.000 Arbeitsjahre. Den größten Anteil der Entwicklungskosten tragen die Firmen selbst und so erscheinen die ungefähr 800 Millionen Euro Wertschöpfung nicht in den Wirtschaftsbilanzen der einzelnen Länder. Der Studie zufolge werden 15 % der freien Software von Unternehmen und 20 % von nicht kommerziellen Organisationen getragen.

1000 Open Source Unternehmen investierten bis heute 1,2 Milliarden Euro (SUN: € 300 Millionen; IBM: € 90 Millionen ; Red Hat: € 60 Millionen ; deutsche SAP: € 46 Millionen, schwedische MySQL AB: € 35 Millionen ). Die Entwicklungsunternehmen sind teils Softwarehersteller, kommen aber auch aus anderen Bereichen der IT- und Telekommunnikationsbranche und weisen mit 565.000 Arbeitsplätzen einen Gesamtumsatz von 263 Milliarden Euro aus.

Die Analyse der EU ergab außerdem, dass Open Source einen direkten Einfluss auf die Wirtschaft hat, denn die Unternehmen sparen durch die freie Software ein Drittel ihrer Investitionen. Das Team der Studie von der Uni Maastricht rechnet im Jahr 2010 mit einer Steigerung der Open-Source- Dienstleistungen von 32%  in der IT-Branche und dem Anteil von 4% am Bruttoinlandsprodukt. Bisher machte die gesamte IT-Branche 10 Prozent des europäischen BIP aus.

Das Forschungsteam sieht große Potentiale in der Nutzung der Open Source Dienstleistung, da die Vormachtstellung der USA im Softwaremarkt in einigen Bereichen angegriffen werden kann. Die Zukunftsvision der Forscher geht einher mit der Unterstützung von Politik und Wirtschaft. Diese müssen die Chancen von Open Source erkennen und gesetzliche Grundlagen schaffen, die wie folgt definiert sind:

  • Freie Software muss die gleiche Förderung und Nutzung bekommen wie proprietäre Software
  • Um die Herstellerunabhänigkeit weiter hin zu gewährleisten, müssen Schüler und Studenten Computerkenntnisse im Open Source Bereich erwerben und an aktuellen Projekten mitarbeiten
  • Es müssen Synergien zwischen Unternehmen und der Open-Source-Community aufgebaut werden
  • Durch steuerliche Abschreibungen könnte Open Source gefördert werden
  • Die Verknüpfung von Hard- und Software sollten gelöst werden, um den Wettbewerb zu fördern und Innovationen zu erleichtern


*Study on the Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ITC) sector in the EU PDF-Datei , Website der Europäischen Kommision (Akl6)